Feldtag "Gebietseigene Gehölze" in Langebrück (Dresden)

18.12.2019

Am 10. Dezember 2019 fand der diesjährige Feldtag zum Thema „Gebietseigene Gehölze“ in Langebrück (Dresden) statt. Das Interesse war groß: Gut 50 Teilnehmer aus Naturschutzbehörden und -stiftungen, dem Staatsbetrieb Sachsenforst, der privaten Baumschulwirtschaft, Landschaftspflegeverbänden, Bergbauunternehmen und Planungsbüros nutzten die Veranstaltung, um sich über den Stand der Produktion und Verwendung von gebietseigenen Gehölzen in Sachsen zu informieren.

In einem Einführungsvortrag gab das Projekteam von „DiverGenPlus“ zunächst einen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen und die bestehenden Zertifizierungssysteme für gebietseigene Gehölzware und betonte die Wichtigkeit der Anlage von Vermehrungshecken – und plantagen, um langfristig verfügbare Erntebestände für die Produktion gebietseigener Gehölze bereitzustellen und zu sichern. Frank Richter vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie stellte in seinem anschließenden Vortrag das sächsische Bestandsregister gebietseigener Gehölze vor, in welchem neben den bereits kartierten Wildgehölzbeständen zukünftig auch Vermehrungshecken – und plantagen aufgeführt werden sollen. Einen wertvollen Einblick in die Praxis gab Jens Freiberg von den Leutersdorfer Baumschulen aus der Oberlausitz. Als einer der wenigen sächsischen Baumschulen, die bereits zertifizierte gebietseigene Ware anbieten, weiß er um die vielfältigen Herausforderung, die sich entlang der Produktionskette von der Sammlung der Früchte und Stecklinge bis hin zum Verkauf der fertigen Gehölze ergeben.

Dass sich der Aufwand lohnt und Begrünungen mit gebietseigenen Gehölzen machbar sind, zeigten schließlich eindrucksvoll Claudia Kühn und Bertram Herrmann von der Unteren Naturschutzbehörde Dresden. Nur wenige Tage vor dem Feldtag hatte die Behörde in Zusammenarbeit mit dem Projekt „DiverGenPlus“ in der Feldflur nahe Langebrück zwei dreireihige Vermehrungshecken gebietseigener Gehölze auf einer Gesamtlänge von 1,5 km anlegen lassen. Das Saatgut für die verwendeten 12 Gehölzarten stammte aus Wildsammlungen des Vorgängerprojektes und wurde in den vergangenen Jahren von sächsischen Baumschulen angezogen und verschult. Noch sind die knapp 1.900 Pflanzen recht klein, wie so mancher Feldtag-Teilnehmer bei der anschließenden Exkursion feststellte. Bereits in vier bis fünf Jahren können sie jedoch zu geschlossenen Heckenbiotopen mit Fruchtbehang herangewachsen sein, wie ältere Pflanzungen in der Langebrücker Feldflur den Exkursionsteilnehmern bereits zeigten. Dann werden die neuen Hecken nicht nur als wertvoller Erntebestand für die Anzucht gebietseigener Baumschulware, sondern auch als Lebensraum und Nahrungsquelle für unsere heimische Tierwelt dienen.

Für alle, die nicht in Langebrück dabei sein konnten: 2020 wird das Projekt „DiverGenPlus“ weitere Feldtage zu gebietseigenem Saatgut und gebietseigenen Gehölzen in Sachsen durchführen. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

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Im ersten Teil der Veranstaltungen standen vier spannende Vorträge im Bürgerhaus Langebrück auf dem Programm.

Feldtag-Teilnehmer an der neu gepflanzten Vermehrungshecke in Langebrück

Die dreireihige Hecke wird in den ersten Jahren durch Zäune vor Wildverbiss und maschineller Beschädigung geschützt.