Botanische Exkursion im Raum Dresden und Osterzgebirge

03.06.2022

In Kooperation mit Angela Kühne vom Umweltzentrum Dresden, organisierte der DVL im Rahmen des Projektes „Wildes säen - Vielfalt ernten“ am 31. Mai eine Botanik-Exkursion. Die Botanik-Exkursion ist Teil eines Qualifizierungsprogramms zur Sammlung von Ausgangssaatgut in der Natur. Der Fokus der Exkursion lag auf Bestimmungsübungen von Arten, die für die Sammlung von Ausgangsaatgut relevant sind. Hierfür wurden mit den 14 Teilnehmenden zwei Grünlandflächen im Dresdener Raum und im Osterzgebirge aufgesucht. Zu dem Teilnehmerkreis zählten neben Landwirten und Landwirtinnen, die entweder gebietseigenes Saatgut vermehren oder in die Vermehrung einsteigen möchten, auch Interessierte aus dem Bereich Naturschutz.

Die Exkursion startete am südlichen Dresdener Stadtrand auf einer zu Naturschutzzwecken angelegten Ausgleichsfläche an der Stuttgarter Straße. Die durch Einsaat begrünte Wiese, verfügt über ein breites Spektrum häufiger gebietseigener Arten. Ende Mai zeigte sich die Fläche in einer abwechslungsreichen Blütenpracht aus u.a. Wiesen-Witwenblume, Gewöhnlichem Hornklee, Wiesen-Salbei und Taubenkropf-Leimkraut. Dennoch sollte der Schwerpunkt des ersten Exkursionsteils auf der Bestimmung von Gräsern liegen, welcher von der Botanikerin und Gutachterin für Landschaftsökologie und Naturschutz Frau Dr. Astrid Grüttner geleitet wurde. Einführend erläuterte Dr. Grüttner den Teilnehmenden, welche Merkmale bei der Bestimmung der Familie der Süßgräser zu beachten sind. Anhand von gesammelten Exemplaren aus der Wiese machte sie die Einteilung der Süßgräser in Ähren-, Ährenrispen- und Rispengräser deutlich, die sich über den Blütenstand ableiten lässt. Ausgerüstet mit Lupe und Bestimmungs-Schlüssel wurden dann die Merkmale häufiger Süßgräser wie Glatthafer, Wiesen-Fuchsschwanz, Wiesen-Rispengras und Wiesen-Schwingel betrachtet.

Anschließend wechselte die Gruppe von dem eher trockenen Standort bei Dresden zu einer Feuchtwiese nach Spechtshausen am Rand des Tharandter Waldes. Hier veranschaulichte die Botanikerin die Merkmale der Familien der Sauergräser und Binsengewächse. Besonders von der artenreichen Gattung der Seggen (Carex) fanden sich viele verschiedene Vertreter wie die Bleiche Segge, die Zittergras-Segge oder die Hasen-Segge.

Nach einer Pause, die die Teilnehmenden auch dazu einlud, miteinander in den Austausch zu kommen, begann der zweite Teil der Exkursion. Dieser hatte die Bestimmung krautiger Pflanzen zum Schwerpunkt. Als Referent trat der Botaniker Andreas Golde, Mitglied der AG Sächsischer Botaniker, auf. Zunächst machte Herr Golde deutlich, dass für die Sammlung von Wildpflanzensaatgut im Sinne der Zertifizierung als „gebietseigen“ nur biotoptypische Naturbestände infrage kommen. Der Hintergrund hierbei ist, dass es sich bei den Pflanzen um züchterisch unbeeinflusste Wildformen handeln muss. Nach der Bestimmung der krautigen Blühpflanzen des ersten Standortes, von dem Exemplare in einem Wasserbehälter mitgebracht wurden, folgte ein Rundgang auf der „Dreckwiese“. Schnell wurde den Teilnehmenden deutlich, dass es sich hier um ein besonders artenreiches Biotop handelt. Neben typischen Arten feuchter Standorte wie Mädesüß, Brennender Hahnenfuß und Wiesen-Schaumkraut konnten auch Wiesenpflanzen höherer Lagen wie Gewöhnlicher Frauenmantel oder Bärwurz bestimmt werden. Jede/r hatte die Möglichkeit sich selbst in der Bestimmung zu üben und dabei Fragen an den erfahrenen Botaniker zu stellen.

Wir danken Frau Dr. Grüttner und Herrn Golde für ihren Einsatz als Referierende sowie allen Teilnehmenden für ihr Interesse an der Sammlung von Ausgangssaatgut und hoffen, dass sowohl das bestehende Wissen gefestigt - als auch neues gewonnen werden konnte.

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Dank Einsaat artenreiche Ausgleichsfläche am Stadtrand von Dresden.

Für viele Bestimmungsmerkmale ist eine Lupe unerlässlich.

Bontanikerin Dr. Grüttner (Mitte) und ihr aufmerksames Publikum.

Beim Gang über die Feuchtwiese konnte eine Vielzahl an Arten bestimmt werden.