Gebietseigene Gehölze - Ernterückblick zum Jahresende

17.12.2020

Auch in diesem Jahr wurden wieder im Rahmen des DiverGenPlus-Projektes gebietseigene Gehölze im Freistaat Sachsen beerntet, um die genetische Vielfalt unserer heimischen Wildpflanzen zu sichern. Aus dem Erntegut werden nun neue Gehölze angezogen, aus denen voraussichtlich ab Herbst 2022 sogenannte Vermehrungshecken gebietseigener Gehölze angelegt werden können.

Das Ergebnis der diesjährigen Ernte kann sich sehen lassen: 204 Bestände von 18 Arten wurden in ganz Sachsen in den Vorkommensgebieten 2 und 3 beerntet. Darunter sind Arten wie Faulbaum (Frangula alnus), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Eberesche (Sorbus aucuparia ssp. aucuparia) und das europäische Pfaffenhütchen (Euonymus europaea).

Der eigentlichen Beerntung ging ein umfangreicher Vorbereitungsprozess voraus: Für die Produktion von gebietseigenen Gehölzen darf nur Vermehrungsgut von anerkannten gebietseigenen Gehölzbeständen verwendet werden. In Sachsen sind diese Bestände im Verzeichnis gebietseigener Gehölze Sachsens aufgeführt, das vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) verwaltet wird. Aus dieser Bestandsliste wählte das DiverGenPlus-Team nach bestimmten Kriterien wie der Lage, der Anzahl der Einzelpflanzen und der Erreichbarkeit Bestände aus, die im Rahmen des Projektes beerntet werden sollen. Für diese Bestände mussten anschließend Sammelgenehmigungen nach §39 Absatz 4 Bundesnaturschutzgesetz bei den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte eingeholt werden. Daneben wurden um die 500 Flächeneigentümer kontaktiert, auf deren Land sich die ausgewählten Gehölzbestände befinden, um eine Zustimmung zur geplanten Beerntung zu erbitten.

Mit vorliegender Sammelgenehmigung und Eigentümerzustimmung konnte dann zwischen Ende April und Anfang Oktober die Ernte durchgeführt werden. Die gesammelten Früchte wurden anschließend zur Aufbereitung an den Staatsbetrieb Sachsenforst übergeben. Die Saatgutausbeute aus den gesammelten Früchten ist sehr unterschiedlich ausgefallen. Neben der artabhängig unterschiedlichen Fruchtgröße hatte auch die anhaltende Trockenheit der letzten Jahre einen entscheidenden Einfluss auf den Fruchtbehang der Pflanzen und damit letztendlich auf die Saatgutausbeute. So kamen beispielsweise bei der Eberesche zwischen 10 und 90 Gramm Saatgut, bei den Hundsrosen zwischen 150 und 420 Gramm je Bestand nach der Reinigung zusammen. Die nächsten Arbeitsschritte werden zeigen, wie viele Pflanzen tatsächlich aus der Sammlung angezogen werden können.

Wir danken allen Beteiligten der diesjährigen Beerntung für Ihren Einsatz, insbesondere dem Landschaftspflegeverband Mittleres Erzgebirge e.V., dem Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen, dem Trägerverein Naturschutzstation Neschwitz e.V., Silvana Eger und Lutz Zwiebel, René Schubert sowie Caroline Breitenberger!

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Mit der Ernte der Gewöhnlichen Hasel sollte man nicht zu lange warten, sonst sind die Eichhörnchen schneller!

In einem Ernteprotokoll werden neben dem Datum der Beerntung und der Erntemenge, auch Informationen zum Zustand der vorgefundenen Gehölze festgehalten.

Das Erntegut jedes Bestandes einer Art wird getrennt abgepackt und mit der Identifikationsnummer des Bestandes beschriftet.