Herkunftskulisse

Wenn Sie Saatgut von Arten, die in der sächsischen Artenliste für Gräser und krautige Pflanzen aufgeführt sind, in der freien Natur ausbringen, so muss das eingesetzte Saatgut auf Ausgangsbestände im selben sogenannten Ursprungsgebiet wie der Ort der Ausbringung zurückgehen.

Im Rahmen eines Fachprojekts der Leibnitz Universität Hannover wurden 2010 für Deutschland 22 Regionen zur Identifizierung und Produktion gebietseigener Gräser und Kräuter mit weiter Verbreitung in den entsprechenden Regionen erarbeitet (siehe nebenstehende Abbildung). Diese fanden 2011 als sogenannte Ursprungsgebiete Eingang in die Erhaltungsmischungsverordnung, die das Inverkehrbringen von Saatgut von Erhaltungsmischungen regelt.

Die oft mehrere Ursprungsgebiete umfassenden Produktionsräume kennzeichnen den geographischen Raum, in welchem die Vermehrungsflächen zur Erzeugung von Regiosaatgut dieser Ursprungsgebiete liegen dürfen.

Sachsen hat Anteil an fünf Ursprungsgebieten und drei Produktionsräumen:

Ursprungsgebiete gebietseigener Gräser und Kräuter in Sachsen: UG 4 = Ostdeutsches Tiefland, UG 5 = Mitteldeutsches Tief- und Hügelland, UG 8 = Erz- und Elbsandsteingebirge, UG 15 _ Thüringer Wald, Fichtelgebirge und Vogtland, UG 20 = Sächsisches Löss- und Hügelland (DVL e.V.)

Die genauen Grenzen sind derzeit über folgenden Web-Kartendienst einsehbar: Kartendienst der Leibnitz Universität Hannover. Zukünftig wird das Bundesamt für Naturschutz (BfN) die räumliche Abgrenzung der Ursprungsgebiete und der Produktionsräume in einem speziellen BfN-Kartendienst bereistellen.

 

 

Ursprungsgebiete (weiße Grenzen) und Produktionsräume (grüne Flächen) gebietseigener Gräser und Kräuter in Deutschland (verändert nach Prasse, R., Kunzmann, D., Schröder, R. (2012): „Entwicklung und praktische Umsetzung naturschutzfachlicher Mindestanforderungen an einen Herkunftsnachweis für gebietseigenes Wildpflanzensaatgut krautiger Pflanzen“, Abschlussbericht DBU-Projekt Az. 23931).

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